Wer bin Ich? Das authentische Selbst und das einzigartige Selbst

Februar 17th, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Radio EnlightenNext – Dr. Tom Steininger im Gespräch mit Sonja Student

Zwei Begriffe haben die Diskussion über die neue evolutionäre spirituelle Kultur stark geprägt – Andrew Cohen spricht vom Authentischen Selbst als Quelle und Fundament der evolutionären Erleuchtung. Von Marc Gafni kommt der Begriff des Einzigartigen Selbst als Ausdruck einer neuen, integralen Spiritualität. Mit Sonja Student sprechen wir diese Woche in Radio EnlightenNext über die Beziehung zwischen Authentischem und Einzigartigem Selbst.

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Es gibt eine neue Evolution

Februar 10th, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Dr. Tom Steininger und Katrin Karneth im Dialog

Evolutionäre Spiritualität hat sich in Deutschland unglaublich rasch entfaltet. Noch vor 10 Jahren war es die große Ausnahme für beides zu ‘brennen’ – für die Tiefe mystischer Einsicht und für die Evolution der Welt.

Vor 10 Jahren war ja ‘Advaita’ das große Zauberwort der postmodernen Spiritualität. Die Satsang-Szene blühte in deutschen Landen. Daneben gab es Therapie, Tantra und Zen und überall eine große Kluft zwischen Menschen, die sich für spirituelle Tiefe, und Menschen, die sich für die Entwicklung der Welt engagierten.

Viel hat sich geändert. Die Gespräche zwischen Ken Wilber und Andrew Cohen hatten hier einen großen Anteil aber auch allgemein weht ein neuer Geist. Evolution und Spiritualität haben sich gefunden.

Und wir wissen vielleicht noch gar nicht, wie bahnbrechend diese Begegnung ist. Nicht nur, dass Spiritualität eine neue Bedeutung für die Welt bekommt, die Evolution selbst bekommt durch uns eine neue Dimension.

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Die Entdeckung des Feuers

Februar 3rd, 2012 by admin· 1 Comment · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Dr. Tom Steininger im Gespräch mit Dr. Ursula King über die evolutionäre Mystik Teilhard de Chardins.

Dr. Ursula King ist emeritierte Professorin für Theologie und Religionswissenschaften an der Universität Bristol in England und eine der Vizepräsidenten des World Congress of Faiths. Die geborene Deutsche ist weltweit eine der anerkannten Forscherinnen über die evolutionäre Mystik Pierre Teilhard de Chardins – jenes Jesuiten, der vielleicht als einer der Ersten der in den 1950er Jahren begann, die spirituelle Dimension der Evolution zu erkennen. Teilhard: „Der neue Gott ist der Gott der Evolution.“

Ursula Kings Buch “Spirit of Fire: The Life and Vision of Teilhard de Chardin” machte Teilhard weltweit einem großen Publikum bekannt. Wir freuen uns sehr in Radio EnlightenNext mit Dr. Ursula King über die Entdeckung des Feuers, über die neue, evolutionäre Spiritualität zu sprechen.

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Lebenszeichen einer neuen Kultur

Januar 28th, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Blogs

Lebenszeichen einer neuen Kultur

Reflexionen von der 6. Spirituellen Herbstakademie

von Mike Kauschke

„Was ist der Beitrag der deutschen Kultur für eine neue, globale Spiritualität?“ Die 6. Spirituelle Herbstakademie hatte sich 2011 keine leichte Aufgabe gestellt. Umso erstaunter und inspirierter waren die rund 100 Teilnehmer, als in nur zweieinhalb Tagen ein kreativer Raum entstanden war, indem sich tatsächlich die Konturen dieses „deutschen Beitrags“ zeigten.
Dazu verhalf ganz sicher auch das besondere Setting der Herbstakademie, die versucht dem Wort Akademie treu zu sein: Keine Abfolge von Frontalvorträgen, sondern kreatives Einbeziehen der Teilnehmer. Die Herbstakademie nennt das „Evolutionscafés“ – das sind geleitete Tischgespräche zwischen den Teilnehmern, die sich aus der Arbeit bei EnlightenNext entwickelt haben. Sie bildeten das pulsierende Herz dieser 3 Tage. Auch bei einem anspruchsvollen Thema wie „deutsche Kultur und deutsches Karma“ ermöglichte die Gesprächskultur der Evolutionscafés eine kreative Offenheit, die es erlaubte, auf eine neue und frische Art über uns und unsere Kultur zu sprechen.
Aber auch die Impulsreferate der Herbstakademie waren auf höchstem Niveau. Zunächst von Terry Patten, einem engen Mitarbeiter von Ken Wilber, der uns als Deutsche aufrief, unser großes kulturelles Potenzial einem neuen kulturellen und spirituellen Aufbruch zur Verfügung zu stellen. Oder vielmehr „Führerschaft“ dafür zu übernehmen. Damit benützte er natürlich ein Wort, das mitten ins Minenfeld der deutschen Geschichte führt, ein Spannungsfeld, das sich immer wieder in der tiefen Betroffenheit vieler Teilnehmer zeigte. Terry Patten benannte auch einen wichtigen Schatten der deutschen Kultur, eine Schwäche an Menschlichkeit.
Der Vortrag von Sonja Student wurde so auch ein Plädoyer für eben diese Menschlichkeit. Sie setzte Terry Pattens Analyse fort und zeigte aus der integralen Theorie Wilbers Wege, wie spirituelle Visionen auch menschlich gelebt werden können. Jens Heisterkamp und Griet Helinkx Dialog zeigten, wie unsere anthroposophische Freunde auf eine lange Tradition einer gelebten, modernen Spiritualität zurückgreifen können. Ihre Wertschätzung und ihr Verständnis für ein neues, spirituelles Denken löste direkt Begeisterung aus, und war der Anlass vieler inspirierter Dialoge. Sie benannten hier ein Denken, das Rudolf Steiner in seiner Arbeit immer wieder angesprochen hat: Es ist uns nicht nur möglich, von dem aus zu denken, was wir schon wissen, sondern von dem aus, was wir noch nicht wissen, sozusagen aus der Zukunft zu denken. Und wenn wir das zusammen tun, dann entsteht ein kreatives Wir, das in der gemeinsamen Reflexion Einsichten hervorbringt, die uns vorher so nicht zugänglich waren.
Ein deutscher Meisterdenker, Martin Heidegger, war Thema von Tom Steiningers Vortrag, der in ihm eine beispielhafte deutsche Biografie sieht. Einerseits ist Heidegger ein visionärer Denker, der nichts weniger versuchte, als der abendländischen Philosophie einen neuen, spirituellen Anfang zu geben, aber gleichzeitig war Martin Heidegger auch zeitweise ein aktiver Unterstützer der Nazis. Insofern stehen die Widersprüche dieses großen Philosophen exemplarisch für die Widersprüche der deutschen Geistesgeschichte. Heideggers Vision vom neuen Anfang war ja eine denkerische Annäherung an die Dimension des Seins. Eine Dimension, die in der Herbstakademie in den täglichen Meditationen aber auch in den künstlerischen Momenten klassischer Musik immer wieder lebendig wurde. Ganz besonders vielleicht im künstlerischen Abschluß, den die Künstlerin Corinna Kreber als eine Art soziale Plastik aus Gestaltung, Begegnung, Wort und Musik schuf.
Karma und Kreativität der deutschen Kultur fanden in diesen Tagen der Herbstakademie zu einer sehr lebendigen und ehrlichen Begegnung. Vielleicht es uns hier wirklich gelungen, einen Beitrag für einen neuen Anfang zu schaffen, das wäre auch ein Beitrag für eine neue, globale Spiritualität.

Die Spirituelle Herbstakademie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Zeitschrift info3 – Anthroposophie im Dialog, der Integralen Akademie und EnlightenNext. Die 7. Herbstakademie findet vom 19. bis 21. Oktober wieder in der Akademie für Gesundes Leben in Oberursel (Nähe Frankfurt/Main) statt.

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Die Renaissance der Seele

Januar 27th, 2012 by admin· 2 Comments · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Dr. Tom Steininger und Katrin Karneth im Dialog

Die Seele, das ist so ein Begriff – New Age-Romantiker verbinden alles Mögliche, und oft auch kindliche Fantasien, damit und moderne, aufgeklärte Menschen wollen mit der ‘Seele’ meist nichts zu tun haben. Das Wort ‘Psyche’, das geht (auch wenn es im Griechischen das Gleiche meint …), aber Seele?
Gibt es eine zeitgemäße und aufgeklärte Weise, über die Seele zu sprechen? Seelenstärke bedeutet doch mehr als eine starke Persönlichkeit zu sein, und ‘Seelentiefe’ ist etwas, das uns unsere materialistische Kultur nicht geben kann. Wir brauchen eine neue und erwachsene Weise, uns der Seele wieder zu nähern, die neue Kultur braucht eine Renaissance der Seele.

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Was ist ein Evolutionär?

Januar 26th, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Blogs

Aus einem Blog von Carter Phipps
“Wenn Sie mich überzeugen wollen“, sagte der französische Philosoph Voltaire, „dann erklären Sie mir die Begriffe, die Sie verwenden“. Weil ich bald ein Buch mit einem neuen Begriff im Titel – „Evolutionaries“ – veröffentlichen werde, trifft also hier Voltaires Forderung besonders zu. In diesem Blog möchte ich kurz beschreiben, was ich mit diesem Begriff meine, der in unserer Kultur heute mehr und mehr benutzt wird. (Eine Anmerkung der Dankbarkeit – ich habe den Begriff „Evolutionary“ nicht als Erstes verwendet, ich habe ihn vom Marketing-Visionär Kevin Clark bekommen. Und so weit ich weiß, sind auch andere unabhängig davon auf diesen Begriff gekommen.) In den kommenden Monaten werde ich meine Definition dieses Begriffes noch weiter ausführen, und werde damit die Veröffentlichung meines Buches im Mai vorbereiten.

Am ehesten verwandt mit dem Wort „Evolutionär“ ist in der heutigen Sprache der Begriff „Evolutionist“, der meistens in Verbindung mit der Evolutionstheorie in akademischen Kreisen benutzt wird. Evolutionisten werden in Wörterbüchern als Menschen beschrieben, „die die Evolutionstheorie vertreten“. Wie es von dieser Definition ausgesagt wird, ist es ein Begriff, der traditionell mit einem Menschen assoziiert wird, der von der wissenschaftlichen Theorie der Evolution überzeugt ist, und diese Theorie oft auch in verschiedener Weise anwendet. Es ist ein Begriff, dem meist die Kreationisten oder Bibelgläubigen oder andere Gegner Darwins, die an den reaktionären Rändern der Moderne ihre Sichtweisen vertreten, gegenübergestellt werden.

Sicher gibt es große Gemeinsamkeiten zwischen Evolutionären und Evolutionisten. Aber ich möchte mit dem Wort Evolutionär noch etwas mehr ansprechen. Evolutionär spielt mit dem Wort Revolutionär, und damit möchte ich etwas von der revolutionären Natur der Evolution als Idee vermitteln. Evolutionäre sind Revolutionäre, mit all der persönlichen und philosophischen Entschlossenheit, die dieses Wort beinhaltet. Sie sind nicht nur neugierige Zuschauer des evolutionären Prozesses, sie glauben nicht nur passiv an die etablierte Wissenschaft der Evolution. Sie sind entschlossene Aktivisten und Fürsprecher – oft sehr leidenschaftliche –, die sich für die Bedeutung der Evolution auf kultureller Ebene einsetzen. Sie sind positive Agenten des Wandels, die eine unterschätzte Wahrheit vertreten: Die Evolution, wenn wir sie umfassend verstehen, bezieht den Einzelnen mit ein. Ein Evolutionär ist jemand, der die Evolution verinnerlicht hat, der sie nicht nur intellektuell anerkennt, sondern wirklich mit seinem ganzen Wesen. Evolutionäre erkennen den riesigen Prozess, in den wir eingebettet sind, und auch die dringende Notwendigkeit für unsere eigene Kultur, sich zu entwickeln und für jeden von uns, in der Richtung dieser Evolution eine positive Rolle zu spielen.

Bist du ein Evolutionär? Bist du der Ansicht, dass es möglicherweise Hinweise auf einen größeren Sinn gibt, die wir in dem Prozess finden können, der eine brodelnde Lithosphäre in eine blühende Biosphäre und schließlich in eine wachsende Noosphäre gewandelt hat? Denkst du, es gibt vielleicht eine Beziehung, wie subtil sie auch sein mag, zwischen den großen Prozessen, denen die kosmische Evolution folgt, den biologischen Kräften der irdischen Evolution und den kulturellen Prozessen, die uns in weniger als 10.000 Jahren von Totems und Tabus zu Tetrabytes und Menschenrechten gebracht haben? Und wenn dem so ist, was heißt das in Bezug auf die Probleme und Fragen – politisch, sozial, philosophisch und metaphysisch –, denen wir heute gegenüberstehen? Wie sieht die Welt durch die Augen eines Evolutionärs aus? Wir müssen nicht unsere Fäuste erheben. Wie müssen unseren Geist erheben und uns der größten Herausforderung unserer Zeit stellen – die vergangene Tiefenzeit und die zukünftigen Möglichkeiten anzuerkennen und beides in die Dialoge der Gegenwart bringen.

Der Link zur Webseite von Carter Phipps: HIER

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„Ich habe den Gipfel des Berges gesehen”: Eine Vision des Möglichen

Januar 23rd, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen's Blog, Blogs

Von Andrew Cohen, am 15. Januar 2012

Heute ist Martin Luther Kings Geburtstag. Diese große Seele war ein Visionär. Was ist ein Visionär? Visionäre sind die seltenen und inspirierten Menschen, die eine große Verheißung und innewohnende Potenziale des menschlichen Bewusstseins und der menschlichen Kultur sehen, die die meisten von uns sich noch nicht einmal vorzustellen wagen. Sie sehen weit über die Gegenwart hinaus in eine Zukunft, die noch geschaffen werden muss. Für sie existiert diese Kultur in gewisser Weise schon, weil ihr Gewahrsein von inspirierenden und anziehenden Bildern des Möglichen erleuchtet ist. Nur wenn wir, wie Dr. King und andere große spirituelle Wesen, die gleiche Fähigkeit entwickeln, über den Punkt, zu dem wir schon gekommen sind, hinauszusehen und hinauszuspüren, wird unser Leben ein Ausdruck von etwas sein, das über den Status quo hinausgeht.

Vor Kurzem war ich als Sprecher bei einer Konferenz, die im Zusammenhang mit der Arbeit des großen zeitgenössischen amerikanischen Philosophen Ken Wilber organisiert wurde. Wilber ist für den mutigen Versuch bekannt, das gesamte menschliche Wissen in ein zusammenhängendes philosophisches System zu integrieren. Er ist auch bekannt für den Umfang seines Werkes (seine achtbändigen Collected Works wurden schon zu seinen Lebzeiten veröffentlicht). An einem Punkt in der Konferenz wurde er über seinen eigenen kreativen Prozess befragt und er beschrieb, wie er als junger Mann um drei Uhr morgens aufstand und ohne Pause – auch nicht zum Essen oder Zähne putzen – elf Stunden lang schrieb. Es ist schwer, sich vorzustellen, was einen Menschen dazu veranlasst, sich selbst so an die Grenze zu treiben, wenn man nicht sieht, dass es eine Vision gibt, mit der dieser Mensch verbunden ist, und die ihn dazu inspiriert, sich weit über die Norm hinauszubegeben.

Dr. King wusste, wie vor ihm Mahatma Gandhi, dass seine mutige und heroische öffentliche Herausforderung des Rassismus und der Rassentrennung sehr wahrscheinlich zu seiner Ermordung führen würde. Aber seine Vision des Möglichen – „Ich habe den Gipfel des Berges gesehen.“ – drängte ihn dazu, trotz aller Hindernisse weiterzugehen. Ein Visionär ist jemand, der nicht mehr dafür lebt, etwas für sich selbst zu bekommen oder zu haben oder um vorsichtig zu versuchen, das, was es schon gibt, zu bewahren und zu schützen. Visionäre leben für das, was noch nicht geschehen ist, weil ihre Aufmerksamkeit auf die Verheißung des Möglichen gerichtet ist – diese Zukunft ist im Feld ihrer Vorstellung schon strahlend lebendig. Weil sie diese Zukunft erfahren – und täglich ihre Verheißung spüren – leben sie in einem Zustand der ständigen Unzufriedenheit, sie sind gleichzeitig zutiefst inspiriert und immer unbefriedigt. Wie viele von uns haben den Mut und das Herz, so zu leben? Um für die Zukunft zu leben, wie diese großen Seelen, die die höheren Werte unserer Kultur hervorbrachten, müssen wir bereit sein, eine ewige Illusion aufzugeben. Diese Illusion ist das Versprechen einer tiefen und anhaltenden Zufriedenheit im gegenwärtigen Moment, die nicht mit der befreienden Kraft transzendenter Ideale oder Ziele verbunden ist. Das ist ein leeres Versprechen, das wir ständig am Leben erhalten, indem wir immer darauf hoffen, dass wir durch die Befriedigung unserer persönlichen Wünsche glücklich werden, oder indem wir uns wissentlich oder unwissentlich erlauben, mit den oberflächlichen Werten unserer ruhelosen und verwirrten Kultur konform zu gehen.

In unserer postmodernen Ära – “dem Zeitalter des Individuums” – geht es in der Spiritualität mehr um „mich“ und „mein Glücklichsein“ als darum, wohin wir gehen und was uns dort hin bringen wird. Ich denke wir vergessen, dass unsere spirituellen Helden fast immer mutige Seelen waren, die bereit waren, die größten Opfer zu bringen, aufgrund dessen, was sie im Auge ihrer spirituellen Intuition sahen – ihre Vision des Möglichen. Ohne zu einer kraftvollen und inspirierten Vision dessen zu erwachen, wie unsere Welt sein könnte, frage ich mich, wie es möglich sein kann, wahres Glück für mehr als einen flüchtigen Moment zu empfinden? Vor 2500 Jahren sagte uns der Buddha, dass sich alles jederzeit verändert und dass wir, wenn wir erleuchtete Wesen sein wollen, uns nicht erlauben dürfen, an etwas anderem anzuhaften als an dieser unfassbaren Leerheit, die der Grund der Wirklichkeit selbst ist. Aber heute, im 21. Jahrhundert: Wie wäre es, wenn wir uns selbst erlauben, an der erhabenen und inspirierten Vision des Möglichen festzuhalten, die immer außerhalb unserer Reichweite liegt? Die uns immer über den gegenwärtigen Moment und uns selbst hinauszieht, in eine ständig zunehmende Vollkommenheit, die wir paradoxerweise nie völlig erreichen werden.

In einem sich entwickelnden Universum bewegen sich die Grenzen immer weiter nach vorn, immer weiter nach oben. Große Seelen und inspirierte Visionäre verändern, verbessern und erleuchten die Welt, weil ihre Aufmerksamkeit immer auf diese Grenzen gerichtet ist. Das ist ein neues Verständnis des traditionellen spirituellen Ideals „in der Welt zu sein, aber nicht von ihr“. Es bedeutet, dass wir zutiefst in der Welt von Zeit, Raum und Lokalisation sind, aber die Aufmerksamkeit unseres inneren Auges, unseres inneren Herzens und inneren Geistes ist vollkommen fasziniert von dem, was weit, weit jenseits davon liegt.

Dr. Kings mitreißende Freude, sein Mitgefühl und tiefe Liebe für die Menschheit waren nicht nur der Ausdruck seiner „Selbstverwirklichung“ als Individuum, sondern noch bedeutsamer die Reflexion dessen, was er für uns alle in einer Zukunft sehen konnte, die noch nicht eingetreten war. Stell dir nur einmal vor, wie viel Liebe wir füreinander und für unsere Welt im gegenwärtigen Augenblick empfinden würden, wenn unsere Aufmerksamkeit vom Möglichen in der Zukunft erleuchtet und darauf fokussiert wäre.

Es ist nicht schwer sich zu beklagen und sich durch die Herausforderungen, denen wir als Einzelne und als globale Kultur gegenüberstehen, überwältigt zu sein. Aber wie viele von uns sind bereit, sich zu entwickeln und über unsere normalen Grenzen hinauszugehen, um echte Durchbrüche in neue Ebenen der Möglichkeit und des Potenzials mitzugestalten, die die meisten Menschen sich noch nicht einmal vorstellen können? Bei der spirituellen Entwicklung in unserer schönen neuen Welt muss es vielleicht weniger um das Sein gehen sondern vielmehr um das Sehen – sehen und sich vorstellen, was möglich ist, so wie es Dr. King getan hat. Und wenn wir den Mut haben, dass uns diese Vision aus dem Schlummer der Stagnation und Engstirnigkeit erweckt, können wir uns ohne Hindernisse für eine bessere Welt einsetzen.

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Veranstaltungen mit Andrew Cohen in 2012

Januar 22nd, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Andrew Cohen, Blogs, Veranstaltungen

Mit dem Beginn des neuen Jahres möchten wir Euch über die bis jetzt feststehenden Termine für die Veranstaltungen mit Andrew Cohen in 2012 informieren. Es begann am 28. Januar mit einer kostenlosen Telefonkonferenz, geht weiter mit virtuellen Seminaren, lokalen Teachings in Europa bis hin zum Höhepunkt des Jahres, dem 14-tägigen Retreat in der Toskana.

◊ Being & Becoming Retreat 10. – 25. August in der Toskana
Seit nunmehr 4 Jahren ist das Sommerretreat der Höhepunkt der Veranstaltungen von EnlightenNext. Es ist ein gelebtes Evolutionslabor, in dem unsere individuelle und kollektive Bewusstseinsentwicklung praktiziert und erfahrbar wird. Im vergangenen Jahr sprachen wir in einer Sendung von Radio EnlightenNext mit der Teilnehmerin Anna Katharina Dehmelt über die Erfahrung während des Retreats. (Hier zum Anhören)

Weitere Termine in 2012

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Unser Bewusstsein – unsere Architektur

Januar 20th, 2012 by admin· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Dr. Tom Steininger im Gespräch mit Prof. Carl Fingerhuth

“Bedeutungsvolle Städte sind ästhetisch und nicht unästhetisch, sie sind schön und nicht banal. Sie sind in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen, den Werten und den Sehnsüchten der Menschen. Wenn sie das alles sind, dann sind sie auch spirituelle Städte. Das ist ein der großen Herausforderungen unserer Zeit.” Carl Fingerhuth

Carl Fingerhuth ist Professor für Städtebau an der TU Darmstadt und hat in vielen Ländern Europas, in den USA, Afrika und China gearbeitet. Von 1979 bis 1992 war er Kantonsbaumeister von Basel. Sein Verständnis eines neuen Städtebaus, das auch in seinem Buch Learning from China: Das Tao der Stadt zum Ausdruck kommt, ist auch sehr vom integralen Denken Jean Gebsers beeinflusst.

Wir sprechen diese Woche in Radio EnlightenNext mit Prof. Carl Fingerhuth über die Städte der Zukunft, über Bewusstsein und Architektur.

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Brauchen wir Utopien?

Januar 13th, 2012 by admin· 1 Comment · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Dr. Tom Steininger und Katrin Karneth im Dialog

Wer hat noch Utopien? Ich meine – wirklich und im positiven Sinn des Wortes? Glauben wir, dass das radikal Positive möglich ist? So viel hängt von unserer inneren Haltung ab, ob wir das Wahre, Gute und Schöne für möglich halten. Es ist doch interessant, wie wir das Wort ‚Utopie‘ in unserer Sprache gebrauchen. Wir sagen, das ist utopisch und meinen eigentlich – du spinnst!

Andrew Cohen spricht von einem spirituellen Selbstvertrauen, das uns zu einem radikalen Idealismus führt. Aus einem tiefen Wissen heraus sieht man die Möglichkeit, den Himmel auf Erden zu leben. (Schon wieder so ein Wort.) Ist es möglich, den Himmel auf Erden zu leben? Ist es möglich – ohne naiv zu sein und ohne fanatischer Blindheit –, so tief zu wissen, dass das Leben, das Universum letztlich GUT ist – sodass uns dieses Vertrauen erlaubt, ein ganz anderes, ein radikales Leben zu leben, in dem Utopien Wirklichkeit werden? Wie viel Positivität ertragen wir?

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