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Tagesseminar mit Elizabeth Debold: Frankfurt/Main, 30. Juni 2012

Mai 9th, 2012 by axma· No Comments · Blogs, Veranstaltungen

Frauen, Entschlossenheit und Wandel – Leadership mit neuem Bewusstsein



Ob wir nun der Politik von Frauen wie Angela Merkel oder Hillary Clinton zustimmen oder nicht, wir müssen ihnen zugestehen, dass sie starke Persönlichkeiten sind – mit dem Mut und der Entschlossenheit ihre Führungsaufgaben zu übernehmen. Ihre Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Es gibt zu wenige Frauen in bedeutenden Führungspositionen. Die über Jahrzehnte andauernde Debatte von Frauen in Führungspositionen hat sich darauf beschränkt, Politik zu verändern und sogar Quoten einzuführen. Heute erkennen wir jedoch, dass die Hindernisse, die wir überwinden müssen, in Wahrheit in uns selber liegen. Wenn wir nur die äußeren Strukturen der Gesellschaft verändern, wird sich nicht automatisch die fundamentale Dynamik in unseren Beziehungen ändern.

In diesem eintägigen Seminar wird Ihnen Dr. Elizabeth Debold Erfahrungen und Methoden vermitteln, mit denen Sie diese inneren Hindernisse durch die Entdeckung einer kraftvollen Motivation transformieren können. Und Sie werden neue kreative Fähigkeiten entwickeln, um unsere Kultur von innen heraus zu verändern.

Oft haben wir eine Vision, einen tiefen Sinn dafür, wie anders unsere Organisationen und unsere Kultur sein könnten. Aber wenn es darum geht, die Beharrlichkeit und Führungskraft anzunehmen, die für solch eine Transformation nötig sind, schrecken wir zurück. Wir Frauen müssen die Führungskraft entwickeln, die zum Wandel führt, und in unsere eigene Stärke vertrauen. Und wir müssen Beziehungen aufbauen, die uns dabei unterstützen, diesen Wandel herbeizuführen. Dieses Seminar wird Sie mit einer Quelle von Kraft, Bewusstsein und Kreativität in Berührung bringen, die diese innere Transformation bestärkt.

Dr. Elizabeth Debold ist eine der wichtigsten Stimmen der Frauenbewegung in den USA und war als Entwicklungspsychologin in Zusammenarbeit mit Dr. Carol Gilligan an der Harvard University an grundlegenden Forschungen über die Entwicklung von Frauen und Mädchen beteiligt. Heute verbindet sie diese Erfahrungen mit der Perspektive einer integral-evolutionären Spiritualität. In diesem Seminar wird sie Ihnen eine neue und befreiende Sichtweise vermitteln, die Ihnen zeigt, warum diese inneren Hindernisse bestehen und wie sie uns ständig beeinflussen. Sie werden erfahren, wie wir über diese Begrenzungen hinausgehen können und unsere tiefste Motivation für eine tiefe Transformation befreien können.

Durch Vorträge, erfahrungsbezogene Übungen sowie im Dialog wird Elizabeth Debold Sie zu einer tieferen Verbundenheit mit einer Lebenskraft führen, die Ihr tiefstes Selbst ist. Sie werden gemeinsam mit anderen Frauen die Grundlage einer neuen Form von Beziehung jenseits von Konkurrenz finden, die uns schließlich den Wandel bringen kann, den wir so sehr wollen und den die Welt dringend braucht.

Wann: Samstag, 30 Juni, 10 – 18 Uhr
Wo: 60311 Frankfurt/Main, Junghofstrasse 16

Kosten: 70 € (erm. 50 €)
Überweisung an EnlightenNext e.V.
Konto-Nr.: 167 620 49
BLZ: 370 501 98
Stadtsparkasse Köln/Bonn
Verwendungszweck: Frauenseminar 30.6.2012
Kontakt/Anmeldung: info.frankfurt@enlightenNext.org, Tel: 069 – 952 08 500

Diejenigen, die sich zu dem obigen Seminar anmelden, haben die Chance an dem zweitägigen virtuellen Seminar “Sex, Power & Leadership”mit Elizabeth Debold und Mary Adams zu einem ermäßigten Preis von 145 $ teilzunehmen.

Hinweis: Dr. Elizabeth Debold wird während ihres Deutschlandbesuches auch Gastreferentin auf der Tagung des Integralen Forums vom 15.-17. Juni in Berlin sein.
Weitere Info dazu HIER
Dort als auch bei Ihrem Tagesworkshop in Frankfurt wird sie simultan ins Deutsche übersetzt.

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Die Piraten kommen

Mai 4th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Ansgar Martins

Eine neue Generation macht Politik. Die „Internet Natives“ sind junge Menschen, die bereits im Internetzeitalter geboren wurden, und viele von ihnen sehen unsere Zukunft auf eine neue Weise. Die Piraten sprechen von „Schwarm-Intelligenz“. Verändern die neuen Netzwerke unsere Identität als Mensch? Viel ist in der neuen Partei der Piraten chaotisch, unausgereift und manchmal naiv idealistisch. Genau das ist ihre Stärke. Was für ein Geschenk für die Demokratie, wenn eine neue Generation sich mit ihren eigenen Erfahrungen, Perspektiven und auch ihren eigenen Fehlern in den politischen Prozess einbringt. Wir werden alle von ihnen lernen.
Ansgar Martins, studiert Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt/Main. Als aktiver Blogger ist Ansgar ein aktiver Teil der „Internet Natives“. Gleichzeitig ist er auch eine der jungen Stimmen für eine evolutionäre Spiritualität. Radio EnlightenNext spricht mit Ansgar Martins über unsere Zukunft als Land der Piraten.

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Von der deutschen Seele

April 27th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Hinweis zu diesem Audio: Die Telefonverbindung nach USA ist streckenweise leider recht mangelhaft.

Tom Steininger im Gespräch mit Wolfgang Schmidt-Reinecke

Besitzen auch Kulturräume Seelen? Gibt es für unsere kulturelle Identität eine tiefe, eine spirituelle Dimension, die man Seele nennen könnte? Eine indische, eine südafrikanische, eine deutsche Seele – mit all ihren Schatten und mit ihrem Potenzial? Wolfgang Schmidt Reinecke, Autor und Journalist in Ashland/USA, wurde in seiner Arbeit von dem indischen Lehrer und Philosophen Sri Aurobindo und seinem Begriff der “Nation Soul” beeinflusst. Er hat zu diesem Thema schon vor Jahren wegweisende Artikel veröffentlicht und arbeitet derzeit an seinem Buchprojekt: “Die Evolution unserer nationalen Identität”.

Diesen Donnerstag sprechen wir in Radio EnlightenNext gemeinsam mit Wolfgang Schmidt Reinecke über die Frage, ob es in einer integralen und evolutionären Spiritualität einen Platz, aber auch eine Aufgabe für eine “Nation Soul”, eine kulturelle Seele, gibt.

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Spiritualität braucht den ganzen Menschen

April 19th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Sat Hari Singh

Letzte Woche war ich in Hamburg im Golden Temple Teehaus für ein öffentliches Gespräch zu Gast. Mein Gastgeber war Sat Hari Singh, ein Schüler des amerikanischen Sikh-Lehrers Yogi Bhajan. Turban und Bart ließen mich vermuten, Sat Hari käme direkt aus dem indischen Punjab. Doch das Hamburger Deutsch und die vielen treffsicheren Anekdoten über die spirituelle und politische Szene, die sich in Hamburg seit den 70er Jahren entwickelt hat, klärten meinen Irrtum schnell auf. Ich traf hier einen wachen deutschen Zeitgenossen, der als spiritueller Lehrer und Musiker sein Leben ganz der Spiritualität gegeben hat.
Und damit hatten wir an diesem Hamburger Abend auch unser Thema gefunden: Was bedeutet es heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts aus ganzem Herzen ein spirituelles Leben zu leben – nicht als inspirierende Freizeitbeschäftigung, sondern als eine Frage, von der unser Leben abhängt? Der Abend war für dieses Thema, das uns beide mit unseren unterschiedlichen Ansätzen so tief beschäftigt, bei weiten zu kurz. Daher der Entschluss das Gespräch diese Woche auf Radio EnlightenNext weiterzuführen.

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Die Entfaltung von Menschen, Kulturen und Systemen

April 12th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Michael Habecker

Welche Rolle hat eigentlich die Evolution für das integrale Denken? Gibt es ein ‚Integral‘, dass nicht gleichzeitig ‚evolutionär‘ ist ? Wie gehört das eine zum anderen? Fragen wie diese werden sicher die Jahrestagung des deutschen Integralen Forums durchziehen. Unter dem Thema „Entwicklung Integral – Menschen, Kulturen und Systeme begleiten und verstehen“ kommen u.a. Internationale Sprecher wie Jeff Salzmann (Boulder Integral), Elizabeth Debold (EnlightenNext) und John Bunzl (Simpol) nach Berlin aber auch deutsche integrale Denker wie Katharina Ceming oder Rolf Lutherbeck. Grund genug für Radio EnlightenNext die Frage nach dem Verhältnis zischen Integral und Evolution an einen der Veranstalter der Jahrestagung zu stellen. Michael Habecker ist diese Woche bei Radio EnlightenNext zu Gast.

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Die Vision einer integralen Politik

April 5th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Gary Zemp

Finanzkrise, Occupy, Klimawandel, Weltarmut: gibt es darauf eine integrale Antwort? Eine Integrale Politik, nicht eingekeilt im Links/Rechts-Schema – eine Politik, die sich der politischen, der wirtschaftlichen aber auch der spirituellen Dimension unseres Handelns bewusst ist? Ist das nicht eine Illusion?
Eine Gruppe schweizer integraler Denker hat den Versuch gewagt. Nach jahrelanger Vorbereitung haben sie letztes Jahr eine politische Partei gegründet, nicht um eine weitere Partei ins Rennen zu schicken, sondern um im Dialog miteinander und mit anderen eine integrale Vision zu formulieren, und diese Vision in unsere Gesellschaft mit einzubringen. Am Donnerstag spreche ich mit Gary Zemp, einem ihrer Initiatoren, über die ganz realen Möglichkeiten einer Integralen Politik.

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Menschen, die die Hölle besiegten

März 30th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Christa Spannbauer

Christa Spannbauer ist Ko-Autorin einer Filmdokumentation über Menschen, deren Kraft, Mut und Menschlichkeit bestürzt und bewegt. Es sind Menschen, die den Holocaust überlebten. Was gibt jemandem, der unsägliches Leid erfahren hat, die Kraft, wieder zu Zuversicht und Sinn im Leben zu finden? Der Titel ihrer Dokumentation, die als Beitrag zur Sendung „Scobel“ Anfang dieses Jahres in 3Sat lief und im Internet noch angesehen werden kann, heißt „Wie aus dem Albtraum Stärke wird“. Neben den Überlebenden dieser Katastrophe des 20. Jahrhunderts spricht auch der amerikanisch-jüdische Zen-Meister Bernard Glassman über seine Erfahrung bei seinen jährlichen Meditations-Retreats, die er seit vielen Jahren in Auschwitz abhält.
Christa Spannbauer: „Die Reihen der Zeitzeugen des Holocaust lichten sich immer mehr. Die wenigen noch lebenden Überlebenden wissen um die Dringlichkeit, ihr Vermächtnis an die nächsten Generationen weiter zu geben. Es ist ein schweres Vermächtnis. Und doch birgt es einen einzigartigen Schatz an Weisheit und Mitmenschlichkeit in sich. Es ist an der Zeit (ja buchstäblich die letzte Gelegenheit), diesen Schatz zu bergen. Denn die Überlebenden können uns noch viel lehren: über die Widerstandskraft des Menschen, seinen unzerstörbaren Kern und seine Fähigkeit zur Kooperation und Empathie, selbst unter schwierigsten Voraussetzungen. Sie sind es, die uns aufgrund ihrer Erfahrungen den Weg weisen können, wie wir selbst und nachfolgende Generationen mit leidvollen und uns überwältigenden Lebenssituationen umgehen können. In den Überlebenden verkörpert sich die Hoffnung, dass der Mensch ein wertvolles Gut in sich trägt, das er selbst unter unmenschlichsten Bedingungen nicht bereit ist, zu opfern und preiszugeben: Die Würde des Menschseins!“

Radio EnlightenNext spricht mit Christa Spannbauer über ihre Begegnungen und Erfahrungen bei ihrer Dokumentation „Wie aus dem Albtraum Stärke wird”

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Meditation im 21. Jahrhundert

März 23rd, 2012 by axma· 1 Comment · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Anna-Katharina Dehmelt

Meditation ist alt, und doch findet Meditation immer mehr Beachtung. Vielleicht ist es die Flut der Reize und Informationen, die immer mehr Menschen dazu führt, innere Freiheit zu kultivieren, denn letztlich ist Meditation genau das: Die Kultivierung innerer, seelischer Freiheit, jene umfassende Stille, die nichts zu übertönen vermag; das, was bleibt, wenn man sich von jeder Ablenkung frei hält. Für Andrew Cohen ist Meditation einfach ein Wort für Erleuchtung.

Am Donnerstag sprechen wir mit Anna-Katharina Dehmelt, der Begründerin des Instituts für anthroposophische Meditation, über Meditation im 21. Jahrhundert, und wie eine tägliche Praxis innerer Freiheit uns erlaubt, frei für das Leben zu sein.

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Mann – Frau – unsere Beziehungen

März 16th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs, Radio EnlightenNext - ARCHIV der Sendungen

Tom Steininger im Gespräch mit Martin Ucik

Die Beziehung zwischen Männern und Frauen sagen viel – über uns Männer und Frauen. Was wollen wir voneinander? Was wollen wir miteinander? Und wohin wollen wir zusammen gehen? Unsere Beziehungen leben aus dem Bewusstsein, in dem wir uns begegnen. Martin Ucik hat das integrale Entwicklungsmodell auf unsere Beziehungen angewandt und ein beachtenswertes Buch verfasst: Integrale Beziehungen.

Martin Ucik beschreibt in seinem Buch, dass er vor allem als Ratgeber versteht, wie sehr unsere Beziehungen von unseren Bewusstseinsstrukturen geprägt sind – traditionelle Männer und moderne Frauen, moderne Frauen und postmoderne Männer, postmoderne Frauen und Männer … – was passiert, wenn wir uns in integralen und evolutionären Beziehungen begegnen?

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Warum gibt es etwas und nicht nichts?

März 14th, 2012 by axma· Kommentare deaktiviert · Blogs

von Carter Phipps

Im Blog von Sam Harris gibt es ein Interview, das sich zu lesen lohnt. Dort spricht der Physiker Lawrence Krauss über sein neues Buch, das davon handelt, warum es etwas gibt und nicht nichts. Der Austausch ist ziemlich spannend.
Die Frage „Warum gibt es etwas und nicht nichts?“ ist seit Langem eine wichtige philosophische Frage und erst recht eine theologische Frage. („Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?” lautet die berühmte Frage des Philosophen Martin Heidegger.) Diejenigen, denen daran gelegen ist, in den Aktivitäten des Universums mehr zu sehen als das Funktionieren von Materie, nutzen diese Frage als Fingerzeig auf ein Mysterium, das man in der Physikabteilung noch nicht erklären kann. Nichts in Etwas zu verwandeln, so wird argumentiert, erfordert mehr als das, was wir bis jetzt in Partikelbeschleunigern und mathematischen Spekulationen entdeckt haben. Egal welchen Standpunkt man in Bezug auf Wissenschaft, Geist oder Gott einnimmt, das ist sicher eine Frage, die ins Herz dessen zielt, was die Quelle der Kreativität unseres wunderbaren Universums ausmacht. Ich liebe die Frage selbst, denn sie zeigt auf das wunderbare Mysterium und die außerordentliche schöpferische Kraft, die die Grundlage der Existenz darstellt, egal wem wir diese Kreativität zuschreiben. Was mich betrifft, glaube ich nicht an eine omnipotente Gottheit, die sich vom Himmel herabließ und sagte „Es werde Licht“. Auch nicht, dass übernatürliche Interventionen kurz vorm Urknall die ganz besondere Zutat in der kosmischen Suppe waren. Aber ich glaube, dass es ein Mysterium in der Entstehung des Universums gibt, das viele Annahmen infrage stellt, die wir über das Leben haben, egal, wer wir sind.
Krauss dagegen scheint von der Tiefgründigkeit dieser Frage nicht ganz so beeindruckt zu sein. Seiner Ansicht nach hat sich die Natur dieser Debatte in den letzten Jahrzehnten mit neuen Entdeckungen der Physik fundamental verändert und das daraus resultierende Wissen fordert die Theologie heraus, nicht die Naturwissenschaften. Ich zitiere hier einen Abschnitt seiner Antwort:

Die moderne Naturwissenschaft macht die Etwas-aus-Nichts-Diskussion gegenstandslos. Sie hat unser Verständnis der Worte „etwas“ und „nichts“ selbst komplett verändert. Empirische Entdeckungen belegen fortwährend, dass das Universum so ist, wie es ist, ob wir das nun mögen oder nicht, und dass „Etwas“ und „Nichts“ physische Konzepte sind und damit der Domäne der Naturwissenschaften angehören und nicht der Theologie oder Philosophie. (Tatsächlich haben Religion und Philosophie nichts zu unserem Verständnis dieser Ideen beigetragen – seit Jahrhunderten.) Ich verwende im Buch sehr viel Zeit darauf, detailliert darzulegen, wie die Physik zum Beispiel unsere Auffassung von „Nichts“ verändert hat. Die alte Annahme, dass Nichts mit leerem Raum zu tun hat, in dem es keine Masse oder Energie oder irgendetwas Materielles gibt, ist zum Beispiel ersetzt worden durch ein kochendes, blubberndes Gebräu von virtuellen Partikeln, die in die Existenz und wieder heraus springen. Das geht so schnell, dass wir sie nicht direkt erfassen können. Ich führe dann weiter aus, wie andere Versionen von „Nichts“, die über die bloße Leerheit des Raums hinausgehen, einschließlich der Abwesenheit von Raum selbst und der Abwesenheit physikalischer Gesetze, sich in „Etwas“ verwandeln können. Tatsächlich ist „Nichts“ im modernen Sprachgebrauch meistens instabil. Es kann nicht nur Etwas aus Nichts entstehen, die Gesetze der Physik setzen sogar meist voraus, dass dies geschieht.

Ich finde es spannend, dass die Naturwissenschaften solche Fragen erforschen, ich möchte das Krauss wirklich hoch anrechnen. Und ich habe sein Buch nicht gelesen, ich bitte dies zu berücksichtigen. Trotzdem sind seine Aussagen auf mehreren Ebenen problematisch. Und die ganze Sache “irrelevant” zu nennen, ist pure Übertreibung. Erstens hat Krauss recht damit, dass sich unsere Vorstellung von Nichts verändert, zumindest in den Naturwissenschaften. Wir dachten einmal, das Vakuum sei im Prinzip eine Form des Nichts. Aber jetzt wissen wir, dass das Nichts, wie Krauss mit einem wundervoll poetischen Ausdruck sagt, „ein kochendes, blubberndes Gebräu von virtuellen Partikeln, die in die Existenz und wieder heraus springen“ ist. Ich bin nicht sicher, wie etwas, das in die Existenz und wieder heraus springt sich von Etwas, das aus Nichts kommt, unterscheidet. Doch, das einmal beiseitegelassen, kann ich nicht erkennen, wie das irgendeine Aussage über die größere Frage der Schöpfung selbst trifft, darüber wie Etwas aus Nichts auf dieser Ebene entsteht. Das Vakuum ist also nicht leer. Großartig, das ist faszinierende Wissenschaft. Größtenteils hat es wenig Auswirkung auf das Mysterium der „ersten Ursache“.

Zweitens beachte man, wie Krauss behauptet, als wäre diese Nebenbemerkung offensichtlich, dass Religion oder Philosophie unserem Verständnis über das Thema nichts hinzugefügt haben – seit Jahrhunderten. Es liegt mir fern, die extreme Rückständigkeit vieler religiöser Überlegungen zu verteidigen, aber die Aussage ist einfach nicht wahr. Und ich finde es unangemessen, dass Naturwissenschaftler solchen Aussagen machen können und ganz nebenbei den Gedanken zur Seite fegen, dass Philosophie (oder gar Mystik oder Theologie) jemals etwas mit der Weiterentwicklung von Wissen zu tun gehabt haben könnten, als müsse man so eine Aussage nicht einmal verteidigen. (Ich vermute, das hat mit dem ganzen Glaubenssystem darüber zu tun, wie Wissen sich entwickelt, aber das hebe ich mir für einen anderen Beitrag auf.)
Drittens sind Etwas und Nichts wirklich physische Konzepte? Krauss betont, das sei so und beansprucht sie deshalb für die Naturwissenschaften, aber ich habe meine Zweifel. Es scheint Etwas zu geben, das nicht physischer Natur ist, wie ein Gedanke oder ein Naturgesetz. Sind solche Dinge physisch? Es ist für mich nicht unmittelbar offensichtlich, dass die Antwort Ja ist. Ich nehme an, Krauss definiert Naturwissenschaften als etwas, was mit physischen Dingen zu tun hat, aber ich bin nicht sicher, dass Naturwissenschaften darauf beschränkt sind oder darauf beschränkt sein sollten. Selbst die Physik ist nicht wirklich auf physische Dinge beschränkt – nicht heutzutage.

Krauss führt schließlich zwei weitere Varianten aus, die unsere Vorstellung von Nichts verändern: Das Nichts der Abwesenheit von Raum und das Nichts der Abwesenheit physikalischer Gesetze. Ich bin mit den Naturwissenschaften an dieser Stelle weniger vertraut, doch wirft dies erneut faszinierende Fragen auf – wie zum Beispiel, wann die Gesetze der Physik das Bühnenbild des Universums betreten. Waren sie am Anfang da oder waren sie vor dem Anfang da – und wäre das dann wirklich der Anfang?
Doch keine dieser Neukonzeptionen des Nichts löst das fundamentale Rätsel, wie Etwas aus Nichts emergiert. Wenn man weder Raum, Zeit, Objekte noch physikalische Gesetze hat, dann sprechen wir wirklich von Nichts und nicht nur von einer Metapher oder Annäherung. Man muss es Harris zugutehalten, dass er das sofort bemerkt. Er merkt an:

Sie haben drei Abstufungen von Nichts beschrieben – leeren Raum, die Abwesenheit von Raum und die Abwesenheit physikalischer Gesetze. Mir scheint, dass diese letzte Bedingung – die Abwesenheit jeglicher Gesetze, die das Auftauchen von Materie und Raum-Zeit hätte verursachen oder beschränken können – wirklich ein Fall von „Nichts“ im strengen Sinn darstellt. Es erscheint mir absolut unvorstellbar, dass irgendetwas – Gesetze, Energie usw. – daraus hervorgehen könnte. Ich will damit nicht sagen, dass Vorstellbarkeit ein Kriterium für die Möglichkeit ist – es kann viele Dinge geben, die passieren oder passieren könnten, die für uns kognitiv gar nicht erfassbar sind. Doch das Auftauchen von Etwas aus dem Nichts (in dieser finalen Deutung) scheint mir eine offene Verletzung der Kategorien menschlichen Denkens zu sein (ungefähr so, wie zu behaupten, das Universum sei ein rundes Quadrat) oder eine schlichte Feststellung eines Wunders. Gibt es irgendeinen physikalischen Grund zu glauben, dass es so ein Nichts jemals gegeben hat? Wäre es nicht einfacher anzunehmen, dass die Gesetze der Physik schon immer existiert haben?

Ich schätze diese Frage, denn sie ist auf intellektuelle Weise ehrlich und sie dringt ins Herz des Etwas-aus-Nichts-Mysteriums vor, das Krauss, wie ich vermute, gar nicht voll erfasst. Harris scheint die Idee nicht zu mögen, dass ein echtes Nichts ein Etwas hervorbringt, und ich verstehe seine Aversion. Es hat einen starken Beigeschmack von Irrationalität, von einem metaphysischen Sprung und einer Art Bankrotterklärung. Krauss antwortet einfach, dass das Universum unseren Präferenzen oft entgegensteht, wir müssten es so akzeptieren, wie es ist, ob wir das nun mögen oder nicht. So weit, so gut. Doch er übergeht dabei quasi die grundlegendere Frage des Etwas-aus-dem-totalen-Nichts, auf die Harris es hier abgesehen hat. Da ist immer noch dieses Problem der Schöpfung aus dem „Garnichts“, und daran hängen ein paar weitere Themen dieser grundlegenden philosophischen Frage. Krauss scheint meist über diese weiterführenden Themen zu sprechen, das ist in Ordnung, doch es macht die grundlegendere Frage nicht gegenstandslos. Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass man sehr viel über die Erste Ursache sagen kann. Wir wissen es einfach nicht. Lauter Schildkröten halten das Universum … (nach einer Anekdote, die Stephen Hawking in „Eine kurze Geschichte der Zeit“ zitiert).

In dem Interview geht es weiter darum, wo die Physik in ihrem Streben, das Universum zu verstehen, angelangt ist; und die Gedanken von Krauss dazu sind bestechend und interessant.
Wenn ich weiter über das Interview reflektiere, denke ich, dass die wichtigere Frage, die sich stellt, nicht ist „Wie kommt Etwas aus Nichts?“, sondern „Was genau für ein Etwas muss Teil des Nichts am Anfang des Universums gewesen sein, damit die Welt von heute entstehen konnte?“ In anderen Worten, was musste vor 13,7 Milliarden Jahren Teil des Ursprungs sein, damit sich ein Universum voller Leben, Bewusstsein, menschlicher Kultur und enormer Komplexität von Information, Geist und Materie entwickeln konnte. Was, wenn überhaupt etwas, musste darin enthalten sein, damit es sich entwickeln konnte?

Um es mit den Worten von Brian Swimme zu umschreiben, man braucht Wasserstoffgas, überlässt es 13,7 Milliarden Jahren sich selbst und es verwandelt sich in Rosenbüsche, Giraffen und Menschen. Wie geht das vor sich? Ich meine, das muss doch irgendein besonderes Wasserstoffgas gewesen sein. Wie es in dem Film Mein Vetter Vinny heißt, dieses Wasserstoffgas muss von demselben Typen kommen, der Jack seine Bohnen gegeben hat. Also für mich ist die faszinierende Frage: Was muss am Ursprung des evolutionären Prozesses da gewesen sein, um die Ergebnisse hervorzubringen, die wir nach Milliarden von Jahren sehen. In der Tat, wie erschafft man völlig neue Kategorien der Existenz wie biologisches Leben oder menschliche Kognition entlang der kosmischen evolutionären Reise, wenn nicht einige dieser Qualitäten bereits im Ursprung enthalten waren – wenn auch nur in einer ganz impliziten Proto-Form? Aus diesem Grund möchten manche Menschen von Urbeginn an von einem „lebenden Universum“ sprechen, denn das hilft dabei, die Frage zu vermeiden, wie Leben aus einem ansonsten toten Universum entstehen kann. Das ist der Grund, weshalb manche Menschen an der Basis der Realität Bewusstsein ansetzen, implizit in einer frühen Proto-Form, schon auf einer Quanten-Ebene – vielleicht, weil es hilft zu erklären, warum Intelligenz und ein hoch-individualisiertes Bewusstsein in einer so bemerkenswerten Art später im Zeitverlauf auftauchen. Vielleicht unterschätzen wir aber die schiere Schöpfungskraft der Evolution. Vielleicht braucht man diese Qualitäten überhaupt nicht ganz am Anfang, nur ein paar Naturgesetze und Wasserstoffgas. Dann sprechen wir allerdings wirklich über unglaublich kreative Sprünge.
Natürlich ist es sauberer aus metaphysischer Sicht, wenn am Urbeginn weniger da ist, aber dann ist die kreative Anforderung an den evolutionären Prozess größer. Emergenz muss dann eine stärkere Rolle spielen. Ich tendiere in diese Richtung, aber ich bin nicht sicher, ob man so weit gehen und all diese höheren Potentiale der Evolution auf früheren Ebenen vernachlässigen kann. Ich glaube an die schöpferische Kraft unseres Universums und die entscheidende Bedeutung von wirklicher Neuheit in der Entfaltung unserer kosmischen Zeitlinie. Unglaubliche Sprünge können passieren und passieren tatsächlich. Aber ein prächtiges Etwas aus fast Nichts – immer und immer wieder? Nun … das bleibt abzuwarten.

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